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Ist es Zeit für die Ära nach Hichert?

Ich persönlich bin immer noch erstaunt, welche Wirkung Charts und Visualisierungen nach Hicherts IBCS Notationen auch heutzutage noch auf ein fachkundiges BI Auditorium haben. Eigentlich sollte man doch meinen, diese haben sich mittlerweile in den Controlling und BI Bereichen der deutschsprachigen Firmen herumgesprochen. Dem scheint nicht so zu sein. Zuletzt gesehen auf der #datatalk Veranstaltung der Firma Evaco.

Selbst die Redner, die Ihre Visualisierungen,Dashboards und Reports vorgestellt haben, haben sich entschuldigt, dass diese nicht nach Hichert erstellt worden sind und gelobten (Nach-) Besserung. Warum?

Ich hätte gedacht, wir wären schon in der Zeitrechnung "nach Hichert" angekommen. Hicherts IBCS, oder ehemals SUCCESS, begleiten mich schon so lange, dass ich sie heute nur noch als Grundlage oder Inspiration betrachte. Sie sind mir zu streng und engen die persönliche Kreativität ein. Teilweise finde ich sie auch nicht mehr modern und zeitgemäß. Oftmals stößt man an Grenzen und die Notation steht sich selber im Weg oder die eingesetzten Werkzeuge können diese gar nicht oder nur kompliziert umsetzen.

Daher kann ich jedem nur raten: Verpasst euch selber kein zu enges Notationskonzept! Und vor allem, lasst es euch nicht blind vorgeben. Richtlinien und Grundsätze für gutes Informationsdesign reichen vollkommen aus und lassen kreativen Köpfen genug Luft, um die passende Visualisierung und Darstellungsform für den jeweiligen Zweck zu finden. Mit guten Beispielen und guten Visualisierungen als Vorbild und Inspiration für andere zu dienen, ist mehr Wert, und überzeugt nachhaltiger, als ein strenges Notationskonzept, aus dem niemand jemals ausbrechen darf. Definiert euch einen individuellen Standard, damit man Euch wieder erkennt und schneller versteht.

Wie trist und öde wäre denn eine Business Intelligence Landschaft, wenn alle Berichte und Visualisierungen gleich aussehen würden?